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Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal zum Träger des Friedenspreises 2011 gewählt. Aus der Begründung der Jury: "Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2011 Boualem Sansal und ehrt damit den algerischen Schriftsteller, der als leidenschaftlicher Erzähler, geistreich und mitfühlend, die Begegnung der Kulturen in Respekt und wechselseitigem Verstehen befördert." Unten die gegenwärtig lieferbaren Bücher.

Sansal, Boualem

Das Dorf des Deutschen

oder Das Tagebuch der Brüder Schiller. Roman.

Dies ist die Geschichte des Deutschen Hans Schiller und seiner beiden Söhne Rachel und Malrich. Die Brüder wuchsen fernab der Eltern in der Pariser Banlieu auf. Sie sind in Frankreich geblieben. Rachel hat Karriere gemacht: er hat einen guten Job, ein kleines Häuschen, ein Auto, eine Frau - und die französische Staatsangehörigkeit. Sein jüngerer Bruder Malrich steht am Rande der Gesellschaft: ohne Ausbildung, ohne Job und ohne Perspektive lebt er als Mitglied seiner multikulturellen Clique in der Vorstadt. Als die Eltern der beiden im fernen Algerien auf grausame Weise bei einem Attentat der Islamisten umgebracht werden, gerät das Leben der Brüder aus dem Lot. Die Trauer um die Eltern bringt zugleich eine erschütternde Erkenntnis zu Tage: Der Vater, den sie bisher als einen vielgeachteten Held des algerischen Unabhängigkeitskampfes kannten, hat eine unerträgliche Vergangenheit ... Rachel zerbricht daran; Malrichs Versuch zu verstehen, führt ihn von der Nazi-Vergangenheit seines Vaters in die Abgründe der Gegenwart.
Wir gratulieren dem Merlin-Verlag zu dieser Anerkennung.
Kartoniert, 279 Seiten, 2.  A., 2010
Sansal, Boualem

Der Schwur der Barbaren

Am selben Tag werden im Städtchen Rouiba zwei Männer ermordet aufgefunden. Moh, der wohlhabende Pate der Region, und Bakour, ein armer Teufel. Die Autoritäten der Polizei möchten den Fall Moh schnellstmöglichst abschließen und schieben den Mord den Islamisten in die Schuhe. Der alternde Kommissar Larbi ermittelt im Fall Bakour. Als er Hinweise für einen Zusammenhang zwischen beiden Morden hat, begibt er sich in größte Gefahr.
Wir gratulieren dem Merlin-Verlag zu dieser Anerkennung
Kartoniert, 468 Seiten,  2010

Sansal, Boualem

Das verrückte Kind aus dem hohlen Baum

Schwungvoll und heiter, schonungslos und beißend, anklagend und satirisch lässt Boualem Sansal die Kultur der sogenannten westlichen Welt auf die der islamischen prallen und deckt dabei überraschende Gemeinsamkeiten auf. In dem grauenerregenden Zuchthaus von Lambèse (Algerien) unterhalten sich zwei zum Tode Verurteilte: der Franzose Pierre und der Algerier Farid. Pierre wurde 1957 in Vialar (heute Tissemsilt) geboren. Er ist heimlich nach Algerien zurückgekehrt, um seine Mutter wiederzufinden, die ihn kurz nach seiner Geburt ausgesetzt hat. Er erlebt ein Land, das die Geister der Vergangenheit nicht loslassen. Vor allem aber deckt er gefährliche Wahrheiten über gewisse Aspekte des Unabhängigkeitskrieges auf. Farid hingegen hat sich in seinem früheren Leben an den Grausamkeiten beteiligt, die die Islamisten oder diejenigen, die sie auf zynische Weise benutzten, verübten. - Während Pierre und Farid über das Leben und Algerien diskutieren, bereitet sich eine internationale Menschenrechtskommission darauf vor, das Gefängnis zu besuchen. Angesichts dessen gerät die Verwaltung von Lambèse in helle Aufregung ...
319 Seiten, 2. A., 2011
Sansal, Boualem

Erzähl mir vom Paradies

Die Bar-des-Amis in Algier ist Treffpunkt für eine fröhlich-traurige Truppe: ein Schriftsteller, ein ehemaliger Widerstandskämpfer, ein Verliebter, Doc Tarik und andere. Umnebelt vom Tabakrauch und angeregt von zahlreichen Getränken kursieren die unglaublichsten Geschichten, in denen Algerien neu erfunden wird. Die nackte Realität würde sowieso niemand glauben, so unwahrscheinlich wie sie klingt.
Broschur, 332 Seiten, 2. A., 2011

Sansal, Boualem

Harraga

Lamia ist eine alleinstehende Ärztin in den besten Jahren. Ihr jüngerer Bruder ist ein "Harraga" - seine Spur verliert sich irgendwo auf dem Weg ins Gelobte Land Europa. Lamia hatte Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort bekleidet sie einen leitenden Posten in einem Kinderkrankenhaus in Algier. Aber die Arbeitsbedingungen sind trostlos, die Lebensverhältnisse miserabel. Und weil Engagement unerwünscht ist und zu nichts führt, hat Lamia sich mit ihrem eintönigen Leben arrangiert. Ihre Träume und Hoffnungen sind längst verblasst. Als eines Tages eine unbekannte 16-Jährige vor der Tür steht, gerät Lamias angepasstes Leben vollkommen durcheinander: Chérifa scheint aus einer anderen Welt zu kommen. Getrieben von purer Lebensfreude rebelliert sie gegen alle Bräuche und schert sich einen Teufel darum, was eine junge Frau in der islamischen Welt tun darf oder besser bleiben lässt. Und schon bald kommt es zu einem folgenschweren Streit ... Eine bewegende, bei aller Tragik hoffnungsvolle Hommage an die Frauen Algeriens.
Broschur, 280 Seiten, 2. A., 2011
Sansal, Boualem

Postlagernd: Algier

Zorniger und hoffnungsvoller Brief an meine Landsleute

Boualem Sansal gehört zu den wenigen Intellektuellen Algeriens, die noch in der Heimat leben und dort unerschrocken Kritik an den im Land herrschenden politischen, kulturellen und sozialen Verhältnissen üben.In seinem 2006 in Frankreich erschienenen offenen Brief appelliert Boualem Sansal an den Dialog. Diese Einladung zum Gespräch richtet sich jedoch keineswegs nur an die Landsleute in der Heimat und die vielen in der Emigration lebenden Algerier. Sansal hält mit seiner nüchternen, messerscharfen Analyse der Verhältnisse einmal mehr auch den Bürgern der westlichen Welt den Spiegel vor. So ist sein offener Brief eine Aufforderung an alle aufgekärten Weltbürger, öffentlich für Freiheit und Menschlichkeit und gegen Verblendung und Indoktrinierung durch politische Systeme und Kasten einzutreten.
Broschur, 83 Seiten, 2. A., 2011